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Rechte Schiffsreisende

Seit Dezember 2012 gelten in Deutschland neue Fahrgastrechte für Schiffs­reisende. Die entsprechende Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 vom 24. November 2010 enthält für den See- und Binnenschiffsverkehr zahlreiche Vorschrif­ten, wobei der Geltungsbereich auf Fahrgäste beschränkt ist, die mit Verkehrsunternehmen reisen, bei denen

Auch für Reisende, die an einer Kreuzfahrt teilnehmen (wobei der Einschiffungshafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats liegen muss) gelten zahlreiche Regelungen der Verord­nung.

Hinweis:
Die Verordnung gilt u.a. nicht für Fahrgäste, die mit Schiffen fahren,


Kurz zusammengefasst die wichtigsten Rechte:

Verspätung und Annullierung

Ist die jeweilige Verspätungszeit doppelt so hoch, beträgt die Entschädigung 50 % des Fahrpreises.

Hinweis:
Hilfe und Entschädigungszahlungen sind nicht zu leisten, wenn der Fahrgast vor dem Kauf des Tickets über die Verspätung oder Annullierung informiert wurde oder wenn er die Verspätung bzw. Annullierung selbst verursacht hat. Ebenfalls ist das Verkehrs­unter­nehmen von diesen Leistungen befreit, wenn außergewöhnliche Umstände (Wetterbedingungen) einen sicheren Betrieb des Schiffes beeinträch­tigen und es folglich zu einer Verspätung bzw. Annullierung kommt.

Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität

Behinderte bzw. mobilitätseingeschränkte Menschen dürfen nicht diskriminiert werden, indem Ihnen etwa die Reise verweigert oder nur zu höheren Preisen ermöglicht wird. Die Verordnung ermöglicht dem Verkehrsunternehmen jedoch – etwa wenn das Schiff den Ein- bzw. Ausstieg einer behinderten Person aufgrund geltender Sicherheitsanforderungen  nicht zulässt – die Beförderung zu ver­weigern (vgl. Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 Kapitel II, Artikel 8). Es empfiehlt sich daher, vor Buchung bzw. Fahrtantritt Rücksprache mit dem Verkehrsunternehmen zu halten.

Beim Ein- und Ausschiffen sowie an Bord haben behinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität das Recht auf kostenfreie Hilfeleistungen, insoweit der Hilfsbe­darf dem Beförderer oder Terminalbetreiber grundsätzlich 48 Stunden vorher gemeldet wurde;

Die Beförderer und Terminalbetreiber haften für Schäden in Folge des Verlusts oder der Beschädigung von Mobilitätshilfen oder sonstigen speziellen Ausrüstungen.

Gepäck- und Personenschäden

Die im Athener Übereinkommen getroffenen Regelungen bei Gepäck- und Personen­schä­den von Schiffsreisenden sind nahezu vollständig in den Anhang der Verordnung (EG) Nr. 392/2009 über die Unfallhaftung von Beförderern von Reisenden auf See eingefügt worden und gelten seit dem 31. Dezember 2012.

Verlorenes oder beschädigtes Kabinengepäck

Der Beförderer haftet für den Verlust oder die Beschädigung, wenn

Tod oder Körperverletzung

Für den Schaden durch Tod oder Verletzung eines Reisenden haftet der Beförderer