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Rechte Fernbusreisende

Am 01.03.2013 trat die „Verordnung (EU) Nr. 181/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 2011 über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr und zur Änderung der Verordnung Nr. 2006/2004" in Kraft. Sie soll EU-weit Schutzrechte für Fernbusreisende gewährleisten.

Entsprechend der Verordnung (Art. 2 Abs. 1) gelten die Rechte für Fahrgäste von Linien­ver­kehrsdiensten, bei denen der Abfahrts- oder der Ankunftsort des Fahrgastes im Ho­heits­gebiet eines EU-Mitglied­staats liegt und bei denen die planmäßige Wegstrecke 250 km oder mehr beträgt.

Kurz zusammengefasst die wichtigsten Rechte der Reisenden:

Verspätung und Annullierung der Abfahrt

Hinweis:
Gilt nur bei Fahrten, die fahrplanmäßig länger als drei Stunden dauern. Bei widrigen Wetterbedingungen oder schweren Naturkatastrophen, die den sicheren Betrieb des Busverkehrsdienstes beinträchtigen, umfassen die Hilfeleistungen nicht die Unterbringung im Hotel.

Bietet das Verkehrsunternehmen dem Fahrgast weder die Erstattung des Fahr­preises noch die Weiterreise mit geän­derter Streckenführung an, besteht ein  zu­sätz­licher Entschädigungsanspruch in Höhe von 50 % des Fahrpreises.

Hinweis:
Eine verspätete Ankunft am Zielort (bedingt etwa durch einen Stau auf der Auto­bahn) ist nicht entschädigungsrelevant. Die Regelung bezieht sich aus­schließlich auf eine verspätete Abfahrtszeit des Busses am Einstiegsort des Reisenden.


Weitere Rechte der Reisenden (auch bei Fahrten unter 250 km):

Entschädigung und Hilfeleistung bei Unfällen

Fahrgäste haben entsprechend der Verordnung bei aus der Nutzung des Kraftomnibusses resultierenden Unfällen u.a. Anspruch auf Entschädigung bei Tod oder Körperverletzung sowie bei Verlust oder Beschädigung von Gepäck. Die Höchstgrenze der Entschädigung darf nicht weni­ger als 220.000 EUR je Fahrgast betragen (bei Gepäck 1.200 EUR). Die Entschädi­gung im Falle einer Beschädigung von Rollstühlen oder anderer Mobilitätshilfen ent­­spricht dem Wiederbeschaffungswert oder den Reparaturkosten der verlorenen gegangenen oder beschädigten Ausrüstung.

Des Weiteren besteht ein Anspruch auf angemessene Hilfe für unmittel­bare praktische Bedürfnisse der Fahrgäste wie etwa Verpflegung, Kleidung, Hotelunterbringung (max. zwei Nächte, max. 80,00 EUR pro Person und Nacht).

Rechte von behinderten bzw. mobilitätseingeschränkten Reisenden

Behinderte bzw. mobilitätseingeschränkte Menschen dürfen nicht diskriminiert werden, indem ihnen etwa die Reise verweigert oder nur zu höheren Preisen ermöglicht wird. Die Verordnung ermöglicht dem Verkehrsunternehmen jedoch – etwa wenn das Fahrzeug den Ein- bzw. Ausstieg einer behinderten Person physisch nicht zulässt – die Beförderung zu ver­weigern (vgl. Verordnung (EU) Nr. 181/2011 Kapitel III, Artikel 10 ff.). Es empfiehlt sich daher, vor Buchung bzw. Fahrtantritt Rücksprache mit dem Verkehrsunternehmen zu halten.